ANWENDUNGSLEITFADEN
Inkjet und Druckfarben: Prozessbedingungen und Lösungen
Filtration von Tinten, lichtempfindlichen Medien, keramischen Suspensionen und Textildruckfarben.
Technischer Leitfaden zur Entfernung schädlicher Agglomerate und Gele bei Erhalt der funktionalen Fluidbestandteile.
Prozessübersicht
Kritische Partikel aus der Düsen- und Kanalgeometrie ableiten
Die zulässige Partikelgröße hängt von Düsenöffnung, internen Kanälen und dem gewünschten Tropfenbild ab. Filterfeinheit, Oberfläche und Porenstruktur werden so gewählt, dass Agglomerate und Gele begrenzt werden, ohne die Nutzpigmente zu entfernen.
Wasserbasierte Tinten
Hydrophile Filtermedien erleichtern die Benetzung. Geringe extrahierbare Bestandteile und eine kontrollierte Protein- oder Polymeradsorption sind wichtig. Bei pigmentierten Tinten werden Partikelverteilung, Farbstärke und Düsenleistung vor und nach der Filtration verglichen.
Lösemittelbasierte Tinten
Das gesamte Lösemittelgemisch bestimmt die Werkstoffverträglichkeit. PTFE wird häufig für chemisch anspruchsvolle Formulierungen eingesetzt; Nylon, Polypropylen und andere Polymere benötigen eine medien- und temperaturbezogene Freigabe.
UV-härtende und lichtempfindliche Medien
Licht, Wärme und lange Verweilzeiten fördern unerwünschte Gelbildung. Lichtschutz, geringe Totvolumina und ein niedriger Differenzdruck ergänzen die Filtration. Die Reaktivität des Mediums darf durch die Filterstufe nicht beeinträchtigt werden.
Keramische und funktionale Suspensionen
Keramische, leitfähige oder andere funktionale Tinten enthalten gewünschte Feststoffe. Ziel ist die Begrenzung übergroßer Agglomerate. Eine zu feine Filtration kann Feststoffgehalt, Leitfähigkeit oder Brennverhalten verändern.
Textildruckfarben
Fasern, ungelöste Verdicker und Pigmentagglomerate können Ventile und Düsen belasten. Eine geeignete Vorfiltration und ausreichend große Filterfläche stabilisieren den Durchsatz bei viskosen Formulierungen.
Filterposition und Entlüftung
| Position | Funktion |
|---|---|
| Ansatzbehälter | Grobe Fremdpartikel und Rezepturrückstände entfernen |
| Transferleitung | Prozessbedingte Agglomerate begrenzen |
| Vor Abfüllung | Behälter und nachgeschaltete Systeme schützen |
| Vor Druckkopf | Letzte Schutzstufe gegen lokale Kontamination |
Die Einbaulage muss eine vollständige Benetzung und sichere Entlüftung ermöglichen. Pulsationen, hoher Druck und unnötige Scherung sind zu vermeiden.
Validierung
Wechselkriterium
Der Filterwechsel wird nicht nur nach Zeit, sondern anhand von Differenzdruck, Durchfluss und Druckqualität ausgelöst. Ein plötzlicher Standzeitverlust weist häufig auf Rezepturänderungen, Gelbildung, Austrocknung oder unzureichende Vorfiltration hin.
