ANWENDUNGSLEITFADEN

Inkjet und Druckfarben: Prozessbedingungen und Lösungen

Filtration von Tinten, lichtempfindlichen Medien, keramischen Suspensionen und Textildruckfarben.

Technischer Leitfaden zur Entfernung schädlicher Agglomerate und Gele bei Erhalt der funktionalen Fluidbestandteile.

01 — 06

Prozessübersicht

Die Filterstufe entfernt Störpartikel, ohne Pigmente und Funktionsadditive unzulässig zu verändern.

Kritische Partikel aus der Düsen- und Kanalgeometrie ableiten

Die zulässige Partikelgröße hängt von Düsenöffnung, internen Kanälen und dem gewünschten Tropfenbild ab. Filterfeinheit, Oberfläche und Porenstruktur werden so gewählt, dass Agglomerate und Gele begrenzt werden, ohne die Nutzpigmente zu entfernen.

Wasserbasierte Tinten

Hydrophile Filtermedien erleichtern die Benetzung. Geringe extrahierbare Bestandteile und eine kontrollierte Protein- oder Polymeradsorption sind wichtig. Bei pigmentierten Tinten werden Partikelverteilung, Farbstärke und Düsenleistung vor und nach der Filtration verglichen.

Lösemittelbasierte Tinten

Das gesamte Lösemittelgemisch bestimmt die Werkstoffverträglichkeit. PTFE wird häufig für chemisch anspruchsvolle Formulierungen eingesetzt; Nylon, Polypropylen und andere Polymere benötigen eine medien- und temperaturbezogene Freigabe.

UV-härtende und lichtempfindliche Medien

Licht, Wärme und lange Verweilzeiten fördern unerwünschte Gelbildung. Lichtschutz, geringe Totvolumina und ein niedriger Differenzdruck ergänzen die Filtration. Die Reaktivität des Mediums darf durch die Filterstufe nicht beeinträchtigt werden.

Keramische und funktionale Suspensionen

Keramische, leitfähige oder andere funktionale Tinten enthalten gewünschte Feststoffe. Ziel ist die Begrenzung übergroßer Agglomerate. Eine zu feine Filtration kann Feststoffgehalt, Leitfähigkeit oder Brennverhalten verändern.

Textildruckfarben

Fasern, ungelöste Verdicker und Pigmentagglomerate können Ventile und Düsen belasten. Eine geeignete Vorfiltration und ausreichend große Filterfläche stabilisieren den Durchsatz bei viskosen Formulierungen.

Filterposition und Entlüftung

PositionFunktion
AnsatzbehälterGrobe Fremdpartikel und Rezepturrückstände entfernen
TransferleitungProzessbedingte Agglomerate begrenzen
Vor AbfüllungBehälter und nachgeschaltete Systeme schützen
Vor DruckkopfLetzte Schutzstufe gegen lokale Kontamination

Die Einbaulage muss eine vollständige Benetzung und sichere Entlüftung ermöglichen. Pulsationen, hoher Druck und unnötige Scherung sind zu vermeiden.

Validierung

Wechselkriterium

Der Filterwechsel wird nicht nur nach Zeit, sondern anhand von Differenzdruck, Durchfluss und Druckqualität ausgelöst. Ein plötzlicher Standzeitverlust weist häufig auf Rezepturänderungen, Gelbildung, Austrocknung oder unzureichende Vorfiltration hin.