ANWENDUNGSLEITFADEN
Meerwasserentsalzung und Industriewasser: Prozessbedingungen und Lösungen
Vorfiltration und Hochdurchflussfiltration zum Schutz von RO-, UF- und Prozesswasseranlagen.
Technischer Leitfaden für schwankende Rohwasserqualität, hohe Volumenströme und wirtschaftliche Schutzfiltration.
Prozessübersicht
Rohwasser und saisonale Schwankungen
Trübung, SDI, Partikelverteilung, Algen, organische Stoffe und Flockungsbedingungen können sich kurzfristig verändern. Die Auslegung muss den ungünstigen Zulauf und nicht nur einen Mittelwert berücksichtigen.
Meerwasser und RO-Vorbehandlung
Siebe, Koagulation, Medienfiltration oder Ultrafiltration senken die Hauptbelastung. Eine geeignete Schutzfiltration vor der RO-Anlage begrenzt Partikeldurchbruch aus Vorstufen und Rohrleitungen. Filterfeinheit und Fläche werden mit SDI, Trübung, Druckverlust und Standzeit abgeglichen.
Industriewasser und Kühlkreisläufe
Rost, Sand, Flocken und biologische Rückstände gefährden Wärmetauscher, Düsen und Membranen. Hochdurchfluss-Filterelemente ermöglichen große Volumenströme bei kompakter Bauweise; die Betriebsgrenzen müssen zur Pumpenkennlinie passen.
Abwasser und Wiederverwendung
Nach biologischer oder chemischer Behandlung verbleiben oft Fasern und instabile Flocken. Eine robuste Vorfiltration reduziert Membranfouling und ungeplante Reinigungen. Bei Öl, Lösemitteln oder oxidierenden Stoffen ist die chemische Verträglichkeit gesondert zu prüfen.
Hydraulische Dimensionierung
| Eingabe | Auswirkung |
|---|---|
| Maximaler Volumenstrom | Anzahl und Größe der Filterelemente |
| Anfangsdifferenzdruck | Energiebedarf und Sicherheitsreserve |
| Zulässiger Enddifferenzdruck | Wechselzeitpunkt |
| Partikel- und Flockenlast | Erforderliche Filterfläche und Vorstufe |
| Temperatur und Chemie | Werkstoff- und Dichtungsauswahl |
Betriebsstrategie
- Differenzdruck und Filtratqualität gemeinsam überwachen.
- Anfahrzustände und Belastungsspitzen in die Wechselplanung aufnehmen.
- Bypass und falsche Elementmontage konstruktiv verhindern.
- Elementwechsel, Spülung und Entsorgung sicher und nachvollziehbar gestalten.
Abnahmekriterien
Optimierung
Wenn Standzeit oder Filtratqualität nicht erreicht werden, sind zuerst Zulaufdaten, Flockenstabilität, Bypass, tatsächliche Filterfläche und Vorbehandlung zu prüfen. Ein noch feineres Filterelement allein löst eine instabile Vorstufe selten dauerhaft.
